Senioren Marketing / Best Ager-Marketing


Senioren Marketing Best Ager MarketingBest Ager, Silver Livers oder Golden Ager sind nur einige Benennungen, die mittlerweile als positive Umschreibung für aktive SeniorInnen verwendet werden. Vor dem Hintergrund des Anstiegs der älteren Bevölkerung (Demografischer Wandel) gewinnt das Thema immer stärker auch in dem betriebswirtschaftlichen Alltag an Präsenz. Besonders Marketing, Kundenservice und der Vertrieb sind gefordert dieses Geschäftsfeld zu bedienen und die Bedürfnisse der Kund_innen (Best Ager, Silver Livers oder Golden Ager, etc.) zu befriedigen.

 

Senioren Marketing muss Alterseffekte berücksichtigen

Senioren Marketing bzw. Best Ager-Marketing unterstellt der Zielgruppe der Senior_innen per se Leistungsbeeinträchtigungen des Körpers und der Sinnesorgane im Vergleich zu anderen Zielgruppen. Dies stimmt sicherlich in vielen Fällen nicht. Wir wissen, dass sich die aktiven Jahre der Bevölkerung immer mehr erhöhen. Dennoch sind Alterseffekte biologisch vollkommen natürlich. Leistungsbeeinträchtigungen haben Auswirkungen auf die Motive von betroffenen Personen egal ob SeniorInnen oder in einer andere Altersgruppe (Menschen mit Behinderung).

Häufig besteht der Wunsch darin, vorliegende Defizite auszugleichen. Dies kann direkt, also aktiv durch die Person selbst erfolgen (z.B. das Tragen einer Brille oder der Einsatz einer Lupe um gewisse Sehbeeinträchtigungen zu reduzieren oder das nutzen von Vergrößerungsoptionen des Computers). Ein indirekter, also passiver, Versuch des Ausgleichs liegt vor, wenn äußere Faktoren dazu dienen die Umwelt (z.B. durch größere Schrift, guter Usability, Barrierefreiheit, etc.) seniorInnenfreundlich zu gestalten. Hier können Unternehmen mit geeigneten Angeboten Wettbewerbsvorteile nutzen (Helm, Scheunert & Landschulze, 2012, S. 435)1.

 

Ziele von Senioren Marketing und Best Ager-Marketing

 Ein wichtiges Ziel des Senioren Marketings bzw. Best Ager-Marketings ist daher vor allem einen indirekten Ausgleich von Alterseffekten zu erreichen zum Beispiel bei der Verkaufsraumgestaltung  oder der Produktverpackung.

 

Implementierung von Senioren Marketing und Best Ager-Marketing

Unternehmen die Bedürfnisse von älteren Kund_innen befriedigen wollen, sind angehalten sich besonders mit Barrierefreiheit auseinander zu setzen. So liefern zum Beispiel die Gestaltungsanforderungen in den Baunormen zu Barrierefreiheit (in Österreich ÖNORM B1600 ff) eine gute Orientierungshilfe an die Gestaltung von Verkaufsräume (Shops aber auch Hotels, Restaurants, etc.). An dieser Stelle sei auch auf die Gefahr von Schadenersatzforderungen auf Grund von Diskriminierung/Ausgrenzung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung durch bauliche Barrieren mehr dazu hier


Eine weitere Möglichkeit sich den Bedürfnissen von Senioren_innen anzunähern sind Seminare und Trainings mit dem Alterssimulationsanzug. Hierbei können Unternehmenvertreter, Mitarbeiter_innen und Verantwortliche selbst aktiv Leistungsbeeinträchtigungen und Alterseffekte erleben. Dies  unterstützt bei dem Verständnisaufbau von Bedürfnissen von Senioren bzw. Best Ager, Silver Livers oder Golden Ager und hilft bei der (Re-)Gestaltung von Produkten, Räumen und Prozessen.

 

1 Helm, R., Scheunert, U., & Landschulze, S. (2012). Was wissen wir zum (Konsumenten-) Verhalten von Senioren? - Eine alterseffektbasierte Status-Quo-Literaturbetrachtung des Seniorenmarketing. Die Betriebswirtschaft;, 72, 427–446, from https://www.researchgate.net/publication/270559174.